Murillo Bustamante spontan
in Berlin? Da muss man natürlich hin.


Offizielle
Ansage: no videos!
Also schnell die digicam der Freundin entwendet
und nach dem Konditraining geschaut, ob man die überhaupt bedienen
kann.

Fazit: ääh – NEIN. Das manuelle fokussieren ist so
langsam, dass jeder schon wieder nach Hause gegangen ist, bis die
gewünschte Stelle scharf ist und die mystische Bedeutung der Buttons
und Menü-Einstellung ist auch etwas unspontan. Nein. Ich lese
prinzipiell keine Bedienungsanleitungen. Niemals!

Einen
Zettel gezückt und überlegt, welche Frage man ihm stellen kann, bei
dem die Antwort sich nicht auch durch einmaliges googeln hätte
ergeben können.” Was ist deine Lieblingsfarbe?… Hattest Du
schon einmal Fusspilz vom Training?…”hmm. Vielleicht doch
nicht ganz das Richtige…

Ok. Plötzlich steht der
Mensch also neben dir und du denkst: ” hmm… Das Gesicht kommt
mir doch irgendwie bekannt vor.. Ach – Er ist schon da. Ganz
unspektakulär hereindiffundiert. Seltsamerweise hat er keine Kohorte
mit Trommlern und Trompeten mitgebracht. Erstaunlich.

Man
sieht gleich: Mr Bustamante ist ein sehr freundlicher Mensch.
Ziemlich höflich und aufmerksam. Obwohl er ja immer so einen
melancholischen Eindruck macht und hier in der kalten Fremde auf Tour
ist, scheint er sich über allgemeine Ansprachen etwas aufzulockern
und fast kumpelhaft locker zu werden.

Gut. Also zu Beginn des No
Gi Trainings, fragt er erst mal, was er uns denn zeigen soll.

Sweeps stärkerer Gegner,
Kontrolle und Angriffe in der Nort-South-Position werden gewünscht.

Ich fummle dabei wie ein
Depp an der Kamera herum und wundere mich , warum die Einstellung, die
eben noch ging, jetzt ein schwarzes Bild macht. Frau Reinsch nimmt mir
freundlicherweise den Deckel vom Objektiv. Äh. Ja. Danke.

Dann beginnen schon die
Übungen. Etwas konfus vom abwechselnd zuhören, anschauen, ausführen
der Parnerübungen und dem Versuch, ein paar Schnappschüsse zu
machen, hangele ich mich durch die nächsten Minuten.

Mr Bustamante geht herum und
verbessert unsere Ausführungen. Alle paar Minuten zeigt er uns ein
paar Details, die wir falsch machen.

Seine Methode ist: vom
groben Bewegungsablauf bis zu feineren Details vorwärts. Alles ist
klar und einfach strukturiert. No Bullshit und funktioniert
erstaunlich gut.

Wieder einiges gelernt. Endlich weiss ich, wie mich
letztens unser Gast Ralek aus Polen dauernd aus dem Gleichgewicht
gebracht hat.

Eine Runde Sparring , Herr Goll übernimmt die Kamera und
schon ist das ziemlich kurzweilige Seminar zu Ende. Gruppenfoto. Und jetzt fängt das
“Ich- mach-das-Foto-mit-dem-UFC-Star-Spiel”an.

Mir ist sowas immer total peinlich aber ich weiss ja : nachher freut man sich über das Bild. Bustamante lässt es alles sehr gelassen über sich ergehen.

Ich kreise wie ein schüchterner Satellit um die Grüppchen herum.
Dann kann ich ihm endlich
meine Fragen stellen

“Hello Mr. Bustamente,
its a great honour to meet you …” Grosse Ehre und Vergnügen,
Ihn zu treffen. Ja, Ja, danke, danke… Diese Höflichkeiten mus er
sich bei einer Seminarreise ja bestimmt 200mal am Tag anhören . Also
um es kurz zu machen. Das kurze Frage und Antwort-Spiel.

Mrv: “Du hast eine sehr
lange und sehr erfolgreiche Karriere im Kampfsport gehabt. Gibt es
etwas, das du an dieser lange Erfahrungen als das wichtigste
empfindest?”

Bustamante: “Was meinst
du? Persönliches?”

Mrv: “Nicht unbedingt.
Mich interessiert, ob du im nachhinein eine bestimmte Sache dieser
Reise als besonders wichtig empfindest. Ein Gefühl oder eine
Erkenntnis oder ein Ereignis.”

Bustamante: “Es gibt
sehr viele verschiedene Punkte , die besondere Erfahrungen waren.

Zum Beispiel der
Meistergürtel in der UFC oder der Titel als Brasilianischer
Champion…Das waren alles besondere
Augenblicke”

Mrv: “Die sportlichen
Erfolge waren also das Highlight?”

Bustamante: ” Es gab
sehr vieles ” ( stirnrunzeln)

Mrv: ” Gab es etwas ,
das du als den wichtigsten Augenblick in all dieser Zeit bezeichnen
würdest?”

Bustamante:”Ja, die
Geburt meines Sohnes”

Mrv:Und was war die
schönste Erfahrung?”

Bustamante:”Auch die
Geburt meines Sohnes”

Mrv:”Und was war die
schlechteste Erfahrung in all dieser Zeit?”

Bustamante: ” Als
einige Referees mich ungerecht beurteilt haben und im Nachhinein
meine Kämpfe schlechtgemacht wurden. Das war die schlechteste
Erfahrung”

Mrv: “Gibt es etwas was
du einem Anfänger raten würdest. Einen ganz allgemeinen
Trainingstip oder so etwas?”

Bustamante ” Lass dein
Ego zuhause. Geh auf die Matte und habe Spass!”

Ein schönes Motto und gutes Schlusswort. Finde ich

Nachtrag:

Ein bischen doof kam ich mir
schon vor bei diesem kurzen Interview.

Ich glaube, meine Fragen
waren ihm irgendwie zu abstrakt oder er hatte keine Lust, sie

zu persönlich zu
beantworten. Na ja. War das erste mal. Next
time better.

Seminar war trotzdem super.
Schon krass, was Frank Burczynski immer so organisiert!